Wenn die K-Bahn wieder streikt – Alltag im Taunus zwischen Frust und Lebensqualität
Unser heutiges Thema ist:
„Was regt dein Umfeld so richtig auf – und welche Lösungen gibt es dafür?“
Hier die Kurzfassung als Podcast
Für alle, die es noch nicht wissen: Ich wohne in einer kleinen Stadt mitten im Taunus, dem schönen und friedlichen Kelkheim. Unsere nächste Großstadt ist Frankfurt am Main. Mit der K-Bahn brauchen wir vom Frankfurter Hauptbahnhof eine knappe halbe Stunde. Wenn sie denn mal fährt, könnte man meinen, dass wir im öffentlichen Nahverkehr super angebunden wären.
Problem Nummer eins, das mein Umfeld so richtig aufregt: die K-Bahn nach Frankfurt. Aber warum fällt sie denn scheinbar so oft aus?
Der Zugbetrieb auf der Linie RB12 wird seit Dezember 2022 von Regionalverkehre Start Deutschland betrieben, einer Tochter der Deutschen Bahn. Die Infrastruktur, also Gleise und Bahnhöfe, gehört der HLB Basis AG, einer Tochter der Hessischen Landesbahn. Hier treffen also zwei verschiedene Unternehmen aufeinander.

Die Hauptprobleme der letzten Jahre lassen sich auf mehrere Faktoren zurückführen: Probleme mit den neuen Wasserstoffzügen, Personalmangel und die empfindliche Infrastruktur der Strecke.
Ein großer Faktor waren die Wasserstoffzüge. Seit dem Betreiberwechsel 2022 fahren auf der RB12 die neuen Wasserstoffzüge vom Typ Alstom Coradia iLint. Genau diese Fahrzeuge hatten massive Kinderkrankheiten: technische Defekte an den Brennstoffzellen, Probleme mit Ersatzteilen, geringe Fahrzeugverfügbarkeit und daraus resultierende lange Wartezeiten. Der RMV und Alstom mussten später sogar eingestehen, dass die Flotte grundlegend überarbeitet werden muss. Seitdem laufen Generalüberholungen der Brennstoffzellentechnik, was wiederum dazu führt, dass regelmäßig Fahrzeuge ausfallen.

Hinzu kommt Personalmangel. Der Betreiber Regionalverkehre Start Deutschland hatte laut Berichten zeitweise zu wenig Lokführer. Hoher Krankenstand, Kündigungen und eine schwierige Dienstplanung verschärften die Situation zusätzlich. Gerade auf einer kleinen Linie wie der RB12 merken Pendler solche Ausfälle sehr schnell.
Auch die Strecke selbst ist betrieblich anfällig. Sie ist größtenteils eingleisig, wodurch Züge exakt abgestimmt kreuzen müssen. Kleine Verspätungen wirken sich sofort auf den gesamten Takt aus, und Bauarbeiten haben große Auswirkungen auf den Betrieb. Besonders rund um den Höchster Hauptbahnhof kommt es regelmäßig zu Einschränkungen.
So, genug erstmal mit den Fakten. Was wird dagegen unternommen?
Die Wasserstoffzüge wurden technisch überarbeitet und bis Ende 2026 soll die komplette Flotte fertig modernisiert sein. Das klingt erstmal zuversichtlich. Auch die Personalsituation hat sich merklich verbessert – die anfängliche Chaosphase in den Jahren 2023/24 scheint überwunden.
Das Problem der Streckenführung bleibt jedoch bestehen und ist aktuell schwer lösbar.
Problem Nummer eins, das mein Umfeld so richtig aufregt, haben wir damit erstmal abgearbeitet. Problem Nummer zwei? Tja, da könnte man, wenn man die Kelkheimer fragt, bestimmt noch viele weitere benennen. Aber für heute reicht ein Problem.




Denn, wenn wir ehrlich sind: Uns Kelkheimern geht es eigentlich ziemlich gut. Wir haben ein Freibad, soziale Einrichtungen, ein Kino, eine lebendige Stadtmitte mit Wochenmarkt, gemütliche Cafés, gute Einkaufsmöglichkeiten, die beste Pizza im Umkreis von zwanzig Kilometern – und und und.
Ich könnte problemlos weiter aufzählen.
Wir halten also fest: Ja, es gibt immer Probleme. Und das Schöne ist: Probleme können auch gelöst werden – manche brauchen Zeit, andere verschwinden fast von selbst.
In diesem Sinne: Don’t worry, be happy.

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