Freddy`s Natur Blog

Natur erleben, Freiheit spüren!

Kelkheim in Radellaune!

Theodor Kramer

Von den ersten Fahrrädern im Marchfeld

Dazumal, vor gut vierzig Jahren, 
als wir noch zwei braune Burschen waren,
sind im Marchfeld, weit und wegverkommen,
grad die ersten Räder aufgekommen.

Und die Flecken, die in jenen Tagen
voneinander noch entfernter lagen,
haben sich nun in den ein, zwei blassen
Abendstunden leicht erreichen lassen.

Und es hat bis an die Grenze droben
bald ein großes Fahren angehoben
zu den Ziegelhöfen in den Senken,
zu den aufgespürten Bretterschenken.

Und wir haben seltsam unterm Gleiten
es empfunden, unsre Heimlichkeiten
nun auf viele Dörfer zu verteilen,
fern und na, und nirgends zu verweilen.

So auch Kelkheim, wie auch die darum liegenden Orte, werden dieses Jahr wie immer am 1. Mai mit den Fahrrädern heimgesucht und „beradelt“!

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Es ist wieder so weit: Der Radklassiker am 1. Mai, Eschborn-Frankfurt, startet und begeistert nicht nur Groß und Klein, sondern die ganze Familie. Es ist nun schon die 63. Auflage. Der Klassiker wird seit 1962 ausgetragen. Damals hieß es noch „Rund um den Henninger-Turm“ und findet seit 1968 traditionell am 1. Mai statt. Das Rennen gehört zur UCI WorldTour, somit der höchsten Kategorie im Straßenradsport. Der Start erfolgt in Eschborn am Eschenplatz und führt die Teilnehmer gen Taunus. Dort muss das ein oder andere Mal ordentlich in die Pedale getreten werden. Es geht den Feldberg hoch und runter, rüber nach Niederreifenberg, den Burgweg hoch (dieser ist aber nur für die Profis und dieses Jahr neu dabei) und weiter zum Mammolshainer Stich. Der Teufel trägt … einen Dreizack 😉 und zurück nach Frankfurt. Das Ziel ist die Alte Oper. Für die Profis bedeutet das über 200 km und mehr als 3.300 Höhenmeter. Das ist deutlich bergiger als früher. Für unsere lieben „Amateure“ gibt es mehrere Varianten: die ADAC Velotour Skyline (40 km), den ADAC Velotour Taunus Express (ca. 85 km, ohne Mammolshainer Stich) und die ADAC Velotour Taunus Classic (knapp 97 km inklusive des Mammolshainer Stichs).

Albert Einstein: „Das Leben ist wie Fahrrad fahren. Um die Balance zu halten, musst du in Bewegung bleiben.“

Das Wetter ist bombastisch: blauer Himmel, kaum Wolken und die Sonne lacht. Die Straßen sind abgesperrt, der Renntag kann starten. Ich stehe früh auf, denn ich weiß, dass ich mir vor dem langen Anfeuern noch die Beine vertreten will. Ja, ihr habt es richtig gehört, ich feuere dieses Jahr „nur“ an!!!

Die erste Tour geht durch den Park zum Bäcker meines Vertrauens. Es gibt eine Käse-Laugen-Stange und, pscht, erzählt es keinem weiter, ein leckeres Croissant. Gestärkt und freudig auf das, was heute noch vor mir liegt, habe ich noch einen genialen Geistesblitz. Ich renne in den Keller und komme mit einem Tripod-Campingstuhl wieder hoch. Man will ja schließlich gemütlich anfeuern. Schick gemacht, eine Flasche Wasser eingepackt und den Tripod unterm Arm geklemmt, geht es zur wohl besten „Anfeuerstelle“ in ganz Kelkheim: dem „ich war einmal eine Kopfsteinpflaster-Straße“ La montée vers Gundelhardtstraße oder der la côte de Kelkheim. Vielleicht finde ich noch einen anderen tollen Namen für diesen kleinen, aber gemeinen Anstieg in Kelkheim. Oft kommt er nämlich für den ein oder anderen „Amateur“ ziemlich überraschend, da er nicht so richtig sichtbar im Höhenprofil ist und man nach den ganzen Strapazen im Taunus noch einmal ein wenig kräftiger in die Pedale treten muss.

Angekommen und einen guten Spot gesichert, bin ich nicht der Einzige. Obwohl es noch ein paar Minuten dauert, bis die ersten Amateure, z. B. die Strassacker, vorbeikommen, sind schon viele Anwohner und begeisterte Fans auf den Gehwegen. Manche haben auch Stehtische aufgebaut und das ein oder andere Plakat ist zu sehen. Schon jetzt merkt man die freudige Stimmung, die dieser Tag noch bringen wird.

Nun ist es so weit. Die ersten Polizeimotorräder rasen an uns vorbei! In der eigentlich geltenden Tempo-30-Zone herrschen heute andere Regeln. Wenige Minuten später kommt der erste Pulk der „Amateure“. Ich wäre auch gern so ein Amateur. Elegant und fast schon mühelos radeln sie die Gundelhardtstraße hinauf.

Nach dem ersten großen Pulk kommen immer wieder vereinzelte kleinere Gruppen. Die erste Frau ist auch dabei. (Leider konnte ich nicht genau herausfinden, wie hoch die Frauenbeteiligung ist. Laut AI liegt der Frauenanteil bei 15–20 % und das ist wirklich schon eine tolle Zahl! Was auf jeden Fall auch noch sehr interessant ist, sind die Teilnehmerzahlen, verteilt über die Jahre. 2002 war das erste Jedermann-Rennen. Dort gab es „nur“ 556 Teilnehmer. 2007 schon ~3.500, 2021 ~6.000, 2024 ~8.000, 2025 ~10.000 und dieses Jahr stolze 12.000 Teilnehmer. Daran sieht man gut, wie der Radsport wieder an Popularität gewinnt.)

Das Treiben wird bunter. Immer mehr kleinere und größere Gruppen fahren an den zahlreichen Fans vorbei. Ein nicht enden wollender Strom an unterschiedlichsten Fahrrädern und den darauf sitzenden Fahrer*innen. Bunt gekleidet, teils farblich abgestimmt, manchmal auch ein wenig willkürlich gekleidet (aber ich will auf jeden Fall auffallen). Vom einfachen Drahtesel bis hin zum 10.000-€-Fahrrad ist wirklich alles dabei. Und wir reden hier von „Amateuren“, aber jedem das Seine. Es ist ja schließlich ein „Hobby“.

So langsam findet das Jedermann-Rennen sein Ende. Der Besenwagen ist der Letzte, der die Gundelhardtstraße hinauffahren kann, bis schlussendlich die Profis angerast kommen.

„Die ersten Ausreißer – Jonas Rutsch, Thomas Gachignard, Samuel Leroux, Matyas Kopecky, Aivaras Mikutis – holen einen 7 Minuten Vorsprung raus“

Eine kurze Pause, um sich stärken zu können, gibt es trotzdem noch, bevor die Profis an der Reihe sind, den la côte de Kelkheim hinaufzubrettern! Das Schöne ist: Die Hubschrauber kündigen schon Minuten vorher das Herannahen der Profis an. Am heutigen 1. Mai ist der Frankfurter Luftraum den Tag über mit zwei Hubschraubern gefüllt. Sie beschaffen uns, neben den zahlreichen Kameras am Boden oder auf den fahrenden Motorrädern, wunderschöne Luftaufnahmen von den Radprofis, aber auch von unserem schönen Taunus!

Man glaubt es kaum, aber die Bürgersteige sind noch voller geworden. Zahlreiche Radbegeisterte tummeln sich eng an eng auf den Gehwegen. Das Wetter und die Stimmung sind nach wie vor grandios. Das Getöse der Hubschrauber ist in der Ferne zu hören. Kurze Zeit später ist es so weit. Die ersten Polizeiwagen und Motorräder rasen an den vielen Schaulustigen vorbei. Die Ausreißergruppe mit dem deutschen Jonas Rutsch kommt angefahren. Jubelrufe, Tröten, Ratschen und einige begeisterte Schreie sind zu hören. Pause. Wenige Minuten später fährt das Hauptfeld mit prominenten Fahrern wie Georg Zimmermann, Tom Pidcock, Ben Tulett und dem hessischen Lokalmatadoren John Degenkolb, alias Dege, fast schon mühelos an uns vorbei.

„Der Sieger: Georg Zimmermann (Lotto-Intermarché) setzte sich im Zielsprint vor der Alten Oper in Frankfurt gegen die britischen Top-Favoriten Thomas Pidcock und Ben Tulett durch.“

Ein kurzer, aber doch aufregender Spaß neigt sich dem Ende. Man unterhält sich noch ein wenig mit seinem Nebenmann, seiner Nebenfrau und geht dann gemütlich seines Weges. Viele werden sich bestimmt noch das spannende Ende des Rennens gemeinsam live im hr anschauen, mit einem Bier in der Hand und der Bratwurst auf dem Teller. Denn das tolle Wetter regt ja geradezu zum Grillen an.

Ein Kommentar zu „Kelkheim in Radellaune!“

  1. Avatar von bravelyimportant8683f33d65
    bravelyimportant8683f33d65

    Toller Bericht mit klasse Videos un

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